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Wie ein Sprung ins kalte Wasser

Das Verbandsliga-Derby zwischen Güsen und Gommern bietet die erhoffte Hochspannung. Am Ende jubeln die Gäste über den geglückten Auftakt.

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Güsen/Gommern l Die erste kalte Dusche war 13 Güsenern und ihren zwölf Kontrahenten aus Gommern am Sonnabend schon gewiss, ehe der Ball überhaupt durch die Halle flog. Wegen einer Havarie war am Wochenende die Warmwasserversorgung in der GHC-Heimstätte unterbrochen. „Ähnlich kalt wie das Bier nach dem Spiel“ soll das Wasser gewesen sein, wie Eintracht-Torhüter Julian Hartung später zu Protokoll gab. Tröstlich für ihn und die Mitstreiter: Sie konnten sich das kühle Blonde schmecken lassen. Beim 25:23 (7:11) verbuchte der Absteiger aus der Sachsen-Anhalt-Liga den ersten Sieg im ersten Spiel.             

Man konnte die Episode aus Gastgebersicht leicht als Wink des Schicksals missdeuten: So richtig bereit war man in Güsen noch nicht für den Saisonstart. Doch einerseits lässt der fix und fertige Spielplan der Verbandsliga Nord nur wenig Spielraum für Interpretationen, andererseits präsentierten sich die Gastgeber ungeachtet des Ausgangs der Partie in guter Frühform.

Nach der Pause den Faden verloren

Über Sieg und Niederlage entschieden wie so häufig Details, wie GHC-Trainer Thomas Lepper erkannte: „Lassen wir Anfang der zweiten Hälfte nicht drei, vier 100-Prozentige wie Konter und frei Würfe aus, ziehen wir mit sieben Treffern davon. Wir wissen jedenfalls nach der Top-Leistung in der ersten Halbzeit, was wir danach falsch gemacht haben.“

Um noch einmal das sprachliche Bild aus der Dusche zu bemühen: Auch für die Gommeraner glich der Auftakt nach dem Abstieg und dem personellen Umbruch im Sommer einem Sprung ins kalte Wasser. Entsprechend vorsichtig resümierte SVE-Coach Sebastian Munter: „Auf uns wartet noch riesig viel Arbeit. Die zwei Punkte sind natürlich wichtig, aber es war ein ziemlicher Krampf.“

Wie angedeutet, zeigten sich die Güsener in der ersten Hälfte nach der knapp zweieinhalbmonatigen Vorbereitung eingespielter als ihr Gegner. Aufbauend auf eine gute Torhüterleistung baute der GHC über die Stationen 4:3 (10.) und 7:5 (20.) einen Vier-Tore-Vorsprung auf. Auch nach einer Auszeit (18.) fand Gommern in der Abwehr keinen Zugriff und im Angriff keine Präzision. „Sieben Treffer bei 22 Würfen zur Pause sind bezeichnend. Auch von den Technikregelfehlern haben wir zu viele eingestreut“, haderte Munter bei der Analyse.

GHC-Youngster geben Debüt

Zwar lief erwartungsgemäß auch auf Gastgeberseite noch nicht alles reibungslos, vereinzelte Torlos-Phasen fielen jedoch kaum ins Gewicht. „Erfreulich war, dass wir schon in der ersten Halbzeit gut durchwechseln und die jungen Leute mit hinein werfen konnten“, so Lepper. So gaben die drei Youngster Felix Faber, dem auf Anhieb zwei Treffer gelangen, Florian Mache und Pascal Fritz ein ansprechendes Debüt.

Auch nach Wiederbeginn schien der GHC die Siegerstraße zunächst nicht zu verlassen (14:8, 33.). Doch während sich ins eigene Spiel nun zunehmend Fehler einschlichen, bäumte sich auch der Gegner auf. In der Abwehr legte das Team um Neu-Kapitän Jens Schmidt gehörig an Biss zu, vorn stellten neben Schmidt (sechs Treffer) auch Alexander Schäde und Frank Liebich (je fünf) das Visier richtig ein.

"Man of the Match": Marc Stahlhut

Als „Man of the Match“ galt bei den Gästen jedoch Marc Stahlhut, der aus der eigenen Reserve aufgerückt ist. Der Halbrechte erzielt nach 44 Minuten den 17:17-Ausgleich und letztlich auch den Treffer zum 25:23-Endstand (60.). „Unsere jungen Spieler waren ein sehr positiver Aspekt. Marc hat die beiden entscheidenden Tore erzielt und Marvin Söder sich die ersten Spielanteile erarbeitet.“ Kein Wunder: Schwimmen lernt man bekanntlich am besten im kalten Wasser.


Güsen: C. Bretschneider, Teske – Faber (2), Schulz (2), Fritz, Prause, Filter (2), Lepper (1), C. Haßbargen (8/4), Mache, Gerlach, Lehnau (3), S. Bretschneider (5)


Gommern: Hartung – Wilke, Söder, Einwiller (2), Schröder, Eckleben, Schäde (5), Leifholz, Stahlhut (5), Liebich (5), Schmidt (6/2), Lindner (2)


Siebenmeter: GHC 4/4 – SVE 2/2; Zeitstrafen: GHC 4 – SVE 3; Rot: Jens Schmidt (60., Foulspiel) -Gommern

 

Quelle: Volksstimme